An den Behördenarbeitsplätzen des Kt. Solothurn [1] wird in den nächsten Jahren proprietäre Software, namentlich Microsofts Windows und Co. durch Open Source Software (OSS), sprich Linux und OpenOffice.org abgelöst und zwar auf durch die Initiative des Verantwortlichen des Amtes für Informatik und Organisation, Kurt Bader. Er will damit den Steuernzahlern die Teuren Lizenzkosten sparen, was im Kt. Solothurn pro Jahr gegen CHF 500′000 oder mehr sein dürften. München und Wien haben es dem Kt. Solothurn vorgemacht und man konnte kürzlich Lesen, dass München damit auf guten Weg ist.
Anscheindend findet jedoch die Presse wie die Solothurner Zeitung dies überhaupt nicht gut und interviewte Mitarbeiter und andere Informatikverantwortliche, die entweder über Herrn Bader schimpften (”Wir müssen das nun ausbaden…” oder ” Bader sei einer Microsoft-Phobie verfallen”) und dabei so feig waren und nicht einmal ihren Namen preisgeben wollten, oder fanden andere unsinnige Gründe um von Ihrem geliebten von Steuerzahlern bezahlten, teueren Windows NT und Office 97 nicht getrennt zu werden.
Dabei beschimpfte man die Informatiker als unfähig oder man greift wieder einmal Microsofts eigene Studie auf, die Behauptet das die TCO bei Linux Systemen höher seien als bei Microsoft Produkten. Ganz ehrlich, wenn ich Bill Gates heissen würde und meine Kunden mir den Rücken zuwenden würden um offene und kostenloste Software einzusetzen, dann würde ich auf so eine Studie herausgeben, in der meine Produkte natürlich ganz zufällig viel besser herauskommen…
Ich finde den Schritt von Herrn Bader sehr mutig. Es sollte mehr Leute im Kanton geben, die etwas bewegen wollen. Veränderung heisst. Risiken eingehen und Chancen erkennen. Ich sehen bei dieser Softwarestrategie eigentlich nur Chancen:
1. Offene Software fördert offene Standarts und Formate: Steuerzahler sind nicht gezwungen ein MS Office zu besitzen um Formulare (wie z.B. hier das wunderbare .doc [2]) auszufüllen.
2. Das neue Windows Vista und Office 2007 wird sehr viel Schulung der Mitarbeiter fordern, was per se mindestens in dem Rahmen sein dürfte, was die “Umschulung” auf Linux kosten wird.
3. Open Source Software fördert Arbeitsplätze. Linux und Co. sind nicht einfacher und fordert die Informatiker. Diese können sich jedoch mit der Software bis zum Quellcode austoben und eine individuelle Lösung erarbeiten. So kann genau die Software eingesetzt werden, die man möchte, wie man es möchte! Diese Mitarbeiter stehen dann für andere Aufgaben ebenfalls zu Verfügung. Manpower (Wissen und Können) kann man nicht mit teurer Software ersetzen. Die Lohnkosten wären ein Bruchteil der jährlichen Lizenzkosten und das Geld bleibt sogar in der Schweiz (und die Löhne werden versteuert).
Linux ist reif für den Desktop. Vielleicht nicht um spezielle Multimediasachen zu bearbeiten, aber für E-Mail und Office reicht dies allemal. Schlussendlich möchte ich einen Kanton, der erkennt, dass die Zukunft in den offenen Formaten und Software liegt. Je eher man diesen Schritt macht umso früher fängt man mit dem Sparen an.
[1] http://www.solothurnerzeitung.ch
[2] Link zu einem Formular .doc
Quelle Solothurner Zeitung, Christian Fluri (Kopie dieses Artikels zu seiner Kenntnis und Stellungnahme)